Vor einigen Tagen spielten sich hier im Haus unglaubliche Szenen ab. Es begann mit einem harmlosen Klingeln an der Haustür. In Erwartung eines Lieferanten machte ich die Tür auf und fiel aus allen Wolken.
Da saß er, lässig in den Blumen und mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.

Sein Name wäre Luigi und ob ich ihn nicht hereinlassen könnte. Naja, so einen kleinen Kerl kann man ja nicht abweisen und somit bezog er hier Quartier.
Das Essen schmeckte ihm gut und auch sonst machte er einen zufriedenen Eindruck.

Aber nach ein paar Tagen begann er unruhig zu werden und seufzte sehr viel oder saß Ewigkeiten am Fenster und schaute hinaus.

Natürlich machte ich mir Sorgen und fragte nach dem Grund. Da blickten mich zwei große Schäfchenaugen an und Luigig bat um Erlaubnis, im Garten herumzustromern. Da ist ja kein Problem, nur blieb er viele Nächte weg und ich dachte schon, er kommt nie wieder.
Dann aber hörte ich eines Tages leises Gekicher und schaute sofort im Garten nach. Was ich aber da sah, verschlug mir die Sprache. Da sitzen doch zwei Turteltäubchen in den Rosen und können die Augen nicht von einander lassen.

Luigi nahm mich dann beiseite und flüsterte mir etwas von Angelique, große Liebe und Herzensdame ins Ohr. Ich meinte nur, er solle sie mir vorstellen und der Rest fände sich. Das war für den Casanova kein Problem und ausserdem fungierte ich gleich als Zeuge für die schafige Verlobung; Der kleine Kerl fiel mit Rosen im Arm vor seinem Engelchen auf die Knie und sie erhörte ihn.

Die Hochzeit war schnell vorbereitet und hier konnten sich die Brautleute küssen und entschwanden dann ohne viel Aufheben in die Flitterwochen.

Es war natürlich Ehrensache, dass beide noch einmal bei mir vorbeikamen und die stürmische Liebe blieb natürlich nicht ohne Folgen. Die beiden Turtelchen hatten mittlerweile Nachwuchs bekommen und ihren Sohnemann Giacomo genannt. Der ist so frech wie sein Papa und hat seinen Popo gleich in den Lavendel gesetzt, um für's Foto zu posieren.

Lange wird die kleine Familie aber nicht bleiben, denn was so richtige Meller Bergschafe sind, wollen sie die Welt erobern.